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Prüfungsangst verstehen: Wenn das Wissen da ist, aber der Zugriff fehlt

„Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Vorstellungen von den Dingen.“

- Epiktet 50 n. Chr. - 135 n. Chr.-


Prüfungsangst betrifft viele Prüfungsabsolventen, sei es bei der LAP, der Matura oder anderen wichtigen Prüfungen. Oft wissen sie den Stoff, doch in entscheidenden Momenten fehlt der Zugriff auf das Wissen. Dieses Phänomen ist frustrierend und belastend. Ich möchte in diesem Beitrag erklären, was genau bei Prüfungsangst in unserem Körper passiert, warum mehr Disziplin nicht immer hilft und wie man Blockaden lösen kann.


Was passiert bei Prüfungsangst im Körper?


Das Wort „Angst“ stammt vom lateinischen angustia ab, was Enge oder Bedrängnis bedeutet. Prüfungsangst ist eine Form der Leistungsangst, die sich körperlich und psychisch bemerkbar macht. In Stresssituationen schüttet unser Körper die Hormone Cortisol und Adrenalin aus. Diese bereiten uns auf eine schnelle Reaktion vor, den sogenannten „Kampf oder Flucht“-Modus.


Doch genau hier liegt das Problem: Ein zu hoher Cortisolspiegel blockiert die Synapsen im präfrontalen Cortex. Das ist der Teil unseres Gehirns, der für logisches Denken und den Zugriff auf das Langzeitgedächtnis zuständig ist. Das bedeutet, das Wissen ist zwar vorhanden, aber die Verbindung ist durch den Hormonanstieg unterbrochen. Das führt zum gefürchteten Blackout.


Warum mehr Disziplin oft nicht hilft


Viele Prüfungsabsolventen versuchen, ihre Prüfungsangst mit noch mehr Disziplin und Willenskraft zu bekämpfen. Sie glauben, sie müssten sich einfach noch mehr anstrengen oder härter lernen. Doch dieser Ansatz erhöht den Stress und damit den Cortisolspiegel weiter. Das verschlimmert die Blockade.


Die Lösung liegt nicht im „Erzwingen“ des Wissens, sondern in der Regulation des Nervensystems. Wenn wir lernen, unseren Körper und Geist zu beruhigen, können wir den Zugriff auf unser Wissen wiederherstellen.


Woher kommen die Blockaden?


Die Ursachen für Prüfungsangst sind oft vielschichtig:


  • Negative Erfahrungen in der Schule oder bei früheren Prüfungen

  • Hoher Erwartungsdruck von Eltern, Lehrern oder sich selbst

  • Unbewusst übernommene Verhaltensmuster aus der Familie


Diese Erlebnisse speichern sich im emotionalen Gedächtnis ab. In kritischen Momenten reagieren wir dann mit einer Art „Lähmung“, obwohl wir eigentlich gut vorbereitet sind.


Mein Ansatz zur Unterstützung von Prüfungsabsolventen


In meiner fast 15-jährigen Praxiserfahrung habe ich eine Methode entwickelt, die helfen kann, diese emotionalen Blockaden zu lösen. Daraus entstand die SEG-Methode. Sie kombiniert wirksame Elemente aus der Traumatherapie, Hypnose, der Arbeit mit dem inneren Kind und der positiven Psychologie.


In den Sitzungen gehen wir gemeinsam an die Wurzel der Angst. Dabei stehen folgende Schritte im Mittelpunkt:


  • Wahrnehmen: Die körperliche Enge und die Anspannung bewusst spüren und akzeptieren

  • Verstehen: Die Ursachen der Angst erkennen, z. B. alte Erfahrungen oder Glaubenssätze

  • Loslassen: Negative Muster auflösen und neue, positive Verbindungen schaffen


Diese Methode hilft sowohl Absolventen von Prüfungen als auch Berufstätigen, die sich in einer Weiterbildung befinden und sich auf die LAP oder Matura vorbereiten, ihre Prüfungsangst zu überwinden und ihr volles Potenzial auszuschöpfen.


Praktische Tipps für den Umgang mit Prüfungsangst


Neben professioneller Unterstützung gibt es auch einfache Strategien, die du selbst anwenden kannst:


  • Atemübungen: Langsames, tiefes Atmen senkt den Cortisolspiegel und beruhigt das Nervensystem

  • Visualisierung: Stell dir vor, wie du die Prüfung souverän meisterst

  • Pausen einplanen: Regelmäßige Pausen helfen, den Kopf frei zu bekommen und Stress abzubauen

  • Realistische Ziele setzen: Überforderung vermeiden, indem du den Lernstoff in kleine Einheiten aufteilst

  • Positive Selbstgespräche: Ersetze negative Gedanken durch unterstützende Sätze wie „Ich habe gut gelernt und bin bereit“


Diese Techniken können helfen, die Prüfungsangst zu reduzieren und den Zugriff auf das Wissen zu erleichtern.



Prüfungsangst ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion auf Stress. Wenn du verstehst, was in deinem Körper passiert und wie du deine Blockaden lösen kannst, gewinnst du mehr Kontrolle über deine Prüfungen. Ob LAP, Matura oder andere Prüfungen – der Schlüssel liegt darin, den Zugriff auf dein Wissen zu ermöglichen, statt nur mehr zu lernen oder dich unter Druck zu setzen.


Wenn du merkst, dass du alleine nicht weiterkommst, dann gestatte dir, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist ein Zeichen von Intelligenz und nicht von Schwäche.



Gerne unterstütze ich dich dabei – mit Coaching, Hypnose oder einfach einem offenen Ohr.

Bis bald – vielleicht persönlich in meiner Praxis oder beim nächsten Blogartikel.


Mit herzlichen Grüssen


Marc Raffler


Mentalcoach & Hypnosetherapeut


PS: Wenn du künftig keinen Blogbeitrag rund um mentale Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und praktische Impulse mehr verpassen möchtest, trag dich gerne hier ein: 👉 www.marcraffler.ch/kontakt


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