Warum wir im Strassenverkehr manchmal die Beherrschung verlieren
- Marc Raffler

- 27. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Apr.

Wer kennt das nicht?
Ein Autofahrer blinkt zu spät. Jemand fährt an der Ampel zu langsam los. Ein Spurwechsel wirkt ungeschickt.
Objektiv betrachtet: Kleinigkeiten.
Und trotzdem verlieren Menschen im Auto oft völlig die Nerven. Sie schreien, hupen aggressiv oder gestikulieren wild – manchmal sogar mit dem eigenen Kind auf dem Rücksitz.
Warum?
Der Strassenverkehr als Ventil
In meiner Praxis treffe ich immer wieder Menschen, bei denen das innere Fass längst voll ist. Der Verkehr ist dann nicht die Ursache – sondern das Ventil.
Ein Klient – nennen wir ihn Alex – kam vor einigen Jahren zu mir. Er merkte, dass sein Umfeld zunehmend auf Distanz ging. Seine Wutausbrüche hinterliessen Spuren.
Alex war 35, Architekt, leistungsorientiert und ehrgeizig. Beruflich stand er unter Druck, privat war er angespannt. Seine Ansprüche an sich selbst und andere waren hoch. Sehr hoch. Fehler – ob eigene oder fremde – hatten keinen Platz in seinem inneren System.
Der Wendepunkt kam im Auto:
Ein Fahrer wechselte die Spur und blinkte zu spät. Eine Kleinigkeit. Doch Alex explodierte. Er schrie so laut, dass sich Passanten umdrehten. Auf dem Rücksitz sass sein Sohn – still, beschämt und verunsichert.
In diesem Moment wurde ihm klar: Jetzt geht es nicht mehr um den Blinker.
Was wirklich passiert
In solchen Situationen übernimmt nicht unser rationaler Verstand – sondern unser Stresssystem. Wenn innerlich Druck, Frustration oder Überforderung brodeln, reicht ein kleiner Auslöser. Der Körper schaltet auf Alarm, Adrenalin steigt, die Hemmschwelle sinkt.
Der Strassenverkehr ist dafür ideal:
Wir sind anonym.
Wir fühlen uns geschützt.
Niemand kennt unsere Geschichte.
Ein perfekter Ort, um aufgestaute Spannung abzuladen.
Doch die entscheidende Frage lautet nicht: „Warum fahren die anderen so rücksichtslos oder schlecht?“
Sondern:
Was bringt mich innerlich so schnell aus dem Gleichgewicht?
Widerstand erzeugt Spannung
Hinter vielen aggressiven Reaktionen steckt ein innerer Satz:
„Das kann doch nicht wahr sein.“
Dieser Moment des inneren Widerstands erzeugt Spannung. Wir lehnen die Situation ab, statt sie als menschlichen Fehler zu sehen.
In der Psychologie sprechen wir oft von Schattenarbeit – dem Beleuchten jener Anteile, die wir im Alltag gerne wegdrücken, etwa unsere eigene Unvollkommenheit.
Oft spielt auch das innere Kind eine Rolle:
Ein Teil in uns, der sich ignoriert oder ungerecht behandelt fühlt und mit Trotz oder Wut reagieren kann. Ein altes, aber treffendes Sprichwort sagt:
„Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“
Wir alle kochen nur mit Wasser. Wenn wir beginnen, unsere eigene Unvollkommenheit anzunehmen, fällt es uns leichter, auch den Fehlern anderer mit mehr Toleranz und Gelassenheit zu begegnen.
Verantwortung statt Schuld
Es geht nicht darum, sich zu verurteilen – sondern ehrlich hinzuschauen:
Wo stehe ich dauerhaft unter Druck?
Wo kämpfe ich gegen Dinge, die ich nicht kontrollieren kann?
Wie gehe ich mit Fehlern um – mit meinen eigenen und mit denen anderer?
Solange wir überzeugt sind, dass das Problem nur bei den anderen liegt, bleibt echte Veränderung unmöglich. Entwicklung beginnt dort, wo wir unseren Anteil erkennen.
Der fehlende Blinker als Spiegel
Manchmal ist ein fehlender Blinker nur ein fehlender Blinker. Und manchmal zeigt er uns, wie es um unsere innere Balance steht.
Wer lernt, Reiz und Reaktion zu trennen und sein Nervensystem zu regulieren, gewinnt mehr als Gelassenheit im Strassenverkehr. Man gewinnt innere Freiheit.
Wenn dich kleine Dinge überproportional triggern, lohnt es sich, hinzuschauen.
Lösungen finden
Es gibt verschiedene Ansätze, um mit innerer Unruhe und Stress umzugehen. Coaching und Hypnose können helfen, mentale Blockaden zu lösen. Diese Methoden bieten Raum für Reflexion und Veränderung.
Ich lade dich ein, dich mit mir auseinanderzusetzen. Gerne unterstütze ich dich dabei – mit Coaching, Hypnose oder einfach einem offenen Ohr.
Gelassenheit gewinnen
Es ist wichtig, Strategien zu entwickeln, um in stressigen Situationen gelassen zu bleiben. Atemübungen, Achtsamkeit und regelmäßige Reflexion können dabei helfen.
Lass uns gemeinsam an deiner inneren Gelassenheit arbeiten.
Blockaden lösen
Wenn du bereit bist, deine inneren Blockaden anzugehen, stehe ich dir zur Seite. Wir können gemeinsam herausfinden, was dich zurückhält und wie du deine Ziele erreichen kannst.
Bis bald – vielleicht persönlich in meiner Praxis oder beim nächsten Blogartikel.
Mit herzlichen Grüssen
Marc Raffler
Mentalcoach & Hypnosetherapeut
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